Schläger Service / Saiten Info

 
 

Allgemeine Hinweise zu Tennissaiten

Jeder Tennisspieler sollte sich aber auch darüber im Klaren sein, dass die Saite etwa 80 Prozent der Spieleigenschaften eines Tennisschlägers ausmacht. Nicht der Rahmen und der Griff sind entscheidend, sondern die Federungseigenschaft der Bespannung sprich Elastizität. Diese Tatsache ist für den Verkauf neuer Schläger natürlich nicht sehr förderlich. Da die Tennissaite den unmittelbaren Ballkontakt hat, ist auch der technisch aufwendigste Schläger in seinen Spieleigenschaften wesentlich von der Bespannung abhängig. Deshalb lassen sich Spitzenspieler die Schläger von ihrem eigenen mitreisenden Experten am Tag des Einsatzes bespannen.

Um die Haltbarkeit seiner Bespannung heraufzusetzen, sollte man seinen Schläger nie unnötig extremer Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit aussetzen. Man sollte den Schläger immer in der dafür vorgesehenen Schlägerhülle aufbewahren. Generell sollte man nicht länger als 2 bis 3 Monate mit derselben Bespannung spielen. Dann wird es Zeit, die Saite herauszuschneiden und die Bespannung aufzufrischen.

Um das Beste aus seiner Bespannung herauszuholen, muss man noch etwas mehr tun als nur die beste Saite verwenden. Das richtige Bespannungsgewicht ist ungefähr genauso wichtig wie die Wahl des Schlägerrahmens. Allgemein gilt: je härter man bespannt, desto weniger Power und desto mehr Kontrolle hat man. Umgekehrt ergibt sich aus einer weicheren Bespannung eine höhere Ballbeschleunigung und damit verbunden ein Verlust der Kontrolle.
 

Bespannungshärte Power Kontrolle Haltbarkeit Ballgefühl Armschonung
weicher mehr weniger mehr mehr mehr
härter weniger mehr weniger weniger weniger
Saitenstärke Elastizität Haltbarkeit Spin Ballgefühl Armschonung
dünner mehr weniger mehr mehr mehr
dicker weniger mehr weniger weniger weniger

Wann muss ich neu besaiten?

Als Faustregel gilt: So viele Stunden Sie pro Woche spielen, so oft sollten Sie Ihr Racket pro Saison besaiten lassen. Wenn sie also dreimal pro Woche auf dem Platz stehen, benötigen sie innerhalb der Saison drei neue Bespannungen. Anders formuliert: Sie sollten dann alle zwei Monate die Saite wechseln. Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich mindestens immer zu Saisonbeginn eine neue Saite auf Ihr Racket ziehen.
 

Allgemein sollten Sie bedenken!

Dass Ihre Bespannung bei jedem Ballkontakt genauso arbeiten muss wie Sie und dadurch unweigerlich ermüdet. Die Folge ist eine schrittweise Verschlechterung der Spieleigenschaften Ihres Schlägers, die Sie erst dann wahrnehmen werden, wenn Sie einen frisch bespannten Schläger benutzten.
 

Von wem sollte die Saite gewechselt werden?

Wichtig ist, dass der Besaiter große Erfahrung und Ihr Vertrauen hat und eine moderne elektronische Bespannungsmaschine zum Besaiten benutzt. Von Hand sollten Sie nicht mehr bespannen lassen, da hier die zu erreichende Genauigkeit der geforderten Bespannungshärte nicht erreicht werden kann. Bei einfachen Handmaschinen mit zu wenigen Fixierungspunkten verformt sich der Schläger beim Besaitungsvorgang, im Schläger entstehen Spannungen die im schlimmsten Fall beim spielen zum Rahmenbruch führen können.
 

Saitendurchmesser

Oft wird die Stärke von Tennissaiten nicht in Millimetern angegeben, sondern in der alten "Gauge" . Da keiner etwas damit anfangen kann, soll die folgende Tabelle weiterhelfen.
 

Gauge Durchmesser ca.
15 1.43 mm
15L 1.38 mm
16 1.32 mm
16L 1.28 mm
17 1.25 mm
17L 1.20 mm
18 1.10 mm

Man kann Tennissaiten in zwei große Typen unterteilen: Naturdarmsaiten und Kunstsaiten.

Naturdarmsaiten

Naturdarmsaiten ("natural gut") werden in einem aufwendigen Verfahren aus Kuhdärmen hergestellt. Sie zeichnen sich durch unübertroffene Elastizität, Spannungsstabilität und "Lebendigkeit" aus. Aber sie sind sehr teuer und relativ witterungsempfindlich, obwohl Darmsaiten in den letzten Jahren in dieser Hinsicht stark verbessert wurden. Die meisten Profis spielen mit Naturdarm, aber für normale Clubspieler ist dies eigentlich kein Thema.
 

Kunstsaiten

Kunst- oder Synthetiksaiten sind meist High-Tech-Produkte, an denen ständig weiterentwickelt wird, um deren Spielbarkeit der von Naturdarmsaiten anzugleichen, bei gleichzeitig kostengünstigerer Produktion. Bei den Kunstsaiten gibt es eine Vielfalt an unterschiedlichen Strukturen und Materialien.
 

Nylonsaiten

Der am häufigsten verwendete Saitentyp. Nylonsaiten gehören zu den preisgünstigsten Tennissaiten und bestehen meist aus einem monofilen (einfaserigen) Nylonkern und verschiedenartigen widerstandsfähigen Ummantelungen. In der Regel können Nylonsaiten mit mehreren Ummantelungen als hochwertiger angesehen werden. Nylonsaiten eignen sich für Spieler mit normalem bis hohem Saitenverschleiß.
 

Polyestersaiten

Polyestersaiten weisen eine äußerst einfache Konstruktion auf: Sie bestehen aus einem einzelnen Polyesterstrang und einer dünnen Beschichtung. Diese Konstruktion nennt man "Monofilament". Es gibt sie in verschiedenen Stärken (Durchmesser 1,10 bis 1,35 mm), wodurch man sich die Spieleigenschaften aussuchen kann. Polyestersaiten sind wenig elastisch und fühlen sich im Vergleich zu Nylon- oder Multifilamentsaiten relativ starr an, weisen dafür aber eine weitaus bessere Haltbarkeit auf, so dass auch dünnere Durchmesser verwendet werden können. Reine Polyestersaiten haben einen nicht unerheblichen Nachteil: Die Spannung wird nicht lange gehalten, die Kontrolle lässt nach und die Saite fühlt sich nach kurzer Spielzeit "tot" an. Daher sind Polyestersaiten nur für Spieler mit hohem Saitenverschleiß zu empfehlen.
 

Multifilament-Saiten

Um den Darmsaiten in den Spieleigenschaften möglichst nahe zu kommen, verdrillt man bei diesen Saiten viele dünne Einzelfasern (Microfilamente), welche aus den verschiedensten Materialien bestehen können, zu einer Saite und ummantelt diese noch mit einem widerstandsfähigen Material. Vorteile sind hierbei höhere Elastizität und Spielbarkeit, aber solche Saiten fasern schnell auf und halten deshalb nicht lange. Zudem sind diese Saiten aufgrund der aufwendigen Herstellung nicht gerade billig. Der größte Vorteil dieser Saiten ist die hohe Armschonung, und bei Armproblemen sollte man nicht am falschen Ende sparen.
 

Strukturierte Saiten

Saiten mit einer strukturierten Oberfläche sollen dem Spieler mehr Spin ermöglichen, indem sie besser in den Ball greifen. In der Tat bieten die meisten strukturierten Saiten einen tollen Spin und damit verbunden eine exzellente Kontrolle, doch leider spielt sich diese Struktur schnell ab, und außerdem verhilft sie sie der Saite nicht gerade zu mehr Haltbarkeit.
 

Hybridsaiten

Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Saiten, von denen eine für die Längs-, die andere für die Querbespannung verwendet wird. Da bei einer einheitlichen Bespannung eigentlich immer die Längssaite reißt, weil sie sich stärker bewegt und sich an der Quersaite "kaputtreibt", verwendet man bei Hybrid-Saiten für gewöhnlich eine haltbare Saite als Längssaite (z.B. Polyester oder Kevlar). Als Quersaite verwendet man als Ausgleich eine sehr elastische Synthetiksaite. Die Spieleigenschaften solcher Hybrid-Bespannungen sind gut, und die Haltbarkeit einer Poly/Multi Hybridsaite ist oft sogar höher als die einer reinen Poly-Bespannung.

 

Quellenangabe:
Teile der verwendeten Texte wurden mit Erlaubnis von der Webseite www.seitenforum.de übernommen.

 

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